Frieden auf Erden

Fröhlich erwacht, trotz einer nicht enden wollenden Müdigkeit. Ging mir je ein Frühjahr derart auf die Knochen? Rettender Gedanke: Ich könnte mich auf Texte und Tage vergnügen. Schon bin ich hier, leere Seite, alles weiß. Worüber ist an einem Sonntagvormittag zu sprechen, während die allerletzten Reste des christlichen Abendlandes auf den Kirchbänken sitzen und es nun gleich geschafft haben? Frieden auf Erden – oder im Kontext des Lukas-Evangeliums: „Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.“ Wie man es mit Gott hält, ist die eine Sache. Er sollte nicht als Vorwand dienen, das Friedensgebot zu brechen. Wer oder was treibt Menschengruppen in Konflikte, die sich verschärfen und in Kriegshandlungen münden, wenn man die Bestie erstmal angefangen hat zu mästen? Sprechen die Waffen, sterben die Menschen. Da das unerträglich ist, muß die Moral her – irgendein Gutes und unbezweifelbar Richtiges. Die muß in die Köpfe und Herzen gepreßt werden, bis keiner mehr Fragen hat. Ich beobachte das seit ein paar Jahrzehnten und bin vielleicht deshalb so müde, so erschöpft. Fast schon untröstlich. Warum denn immer wieder? würde ich Gott fragen, aber besser richte ich mich an die berührbaren und verführbaren Menschen.


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