Die, die gerne baden, verstehen vielleicht nicht gut, daß jemand nicht gern badet oder in der Sonne liegt, um sich bräunen zu lassen oder Vitamine über die Haut aufzunehmen. Früher war ich eine Wasserratte, heute bin ich es nicht. Früher war ich Kind, heute bin ich keines mehr. Legt man mich in die Sonne an einen Strand, merke ich minütlich, wie ich dümmer werde. Ich spüre, wie mein Gehirn in der Schädelpfanne zu schmurgeln beginnt. Schnell in den Schatten, vernünftige Kleidung an und hinüber ins Strandcafé oder besser noch in die Stadt unter die Arkaden, wo sich sitzen und schauen läßt, ohne dauernd auf Badehosen und Bikinis zu stoßen. Auch Sonnenbrillen mag ich nicht. Sie haben etwas Vulgäres. Unklar ist weiterhin, warum die Leute endlose Strecken zurücklegen, um ausgerechnet im Sommer dorthin zu fahren, wo es derart heiß ist, daß es schwer auszuhalten sein wird. – Wie komme ich darauf? Ich sehe Sundown mit Charlotte Gainsbourgh und Tim Roth, die Anfangsszene. Auch im Garten unter dem Weinlaub sprachen wir beim Kirschenesssen vorhin über Sommerreisen, unsere eigenen und die der Landsleute.
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