Es hat sich dermaßen viel aufgestaut zwischen den Leuten, den Freunden, den Verwandten, den Bekannten, den Nachbarn, den Kollegen und den Unbekannten, daß wir miteinander Jahre werden verbringen können, um das zu besprechen. Im Politiker- und Sozialpädagogendeutsch reden sie von ‚aufarbeiten‘. Dauernd soll in Deutschland gearbeitet werden, man arbeitet und wählt sich buchstäblich um den Verstand. Kleinformatierte Typen haben das Sagen, aus Mitgefühl drückt man den Daumen, daß sie ihre Rede fehlerfrei überstehen. Dies in alle Richtungen ausgebend, mein Mitleid kennt keine Grenzen, das begann schon als Kind. Steht jemand am Redepult und beginnt seine Aufführung, schäme ich mich mit. Selten einmal wird es schön, ergibt sich Erleichterung. Derzeit wünsche ich mir Eines von allen Seiten des Streits und der angeblich unüberbrückbaren Gegensätze, nämlich Mäßigung. Maß und Mitte sind die Geheimnisse guter, und das heißt: nachhaltiger Politik. Daß Begriffe wie Nachhaltigkeit etc. derart kaputtgegangen sind, daß ein jeder, der bei Halbverstand ist, schon die Augen verdreht, weil er es einfach nicht mehr hören kann, liegt an der Penetranz der Werbe- und Propagandabeschallung. Ich bin seit Jahren taub für Appelle, und sei es aus ästhetischen Gründen. Fickt euch, denke ich regelmäßig. Dann gerate ich zurück in die Mäßigung und erkenne, daß alle Beteiligten am Spektakel … rotieren. Rotieren heißt herumgewirbelt sein oder werden. Wo wird ein Herumgewirbelter landen? Auf dem Rasen neben dem Spielplatz oder im Gebüsch, hoffentlich körperlich unversehrt. Halbverstand ist nicht Vollverstand. Bei Vollverstand könnte man verstehen, daß wir allesamt zusammengehören und tatsächlich nachhaltig handeln sollten. Wo soll das hin? frage ich bei jeder Aktion, die seitens der politischen Funktioner und Funktionseliten vorgeschlagen und exekutiert wird. Insbesondere die irrwitzigen Kriege … Wir werden den nachfolgenden Generationen Rechenschaft schuldig sein. Nicht auf die plakative Art, die wir propagandistisch kennen, sondern auf eine grundlegende Weise. Was sollen die denn von uns denken? Ich möchte mich meines Lebens nicht schämen. Nicht dem meiner Generation. Nicht dem unserer Zeit.
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