So wird mir das Leben allmählich lustig. Ich denke von oben nach unten und schaue von unten nach oben. Oben und unten sind relativ, das Leben ist und bleibt unsererseits ein Relativ. Daher die Bemühungen und ein intensives Einschalten und Vorantreiben von Absolutismen. Als sei damit auf Dauer etwas gewonnen, als könne der Mensch aus seinen Bedingtheiten ausbrechen und ins Absolute vordringen. In Annäherungen mag das möglich sein, doch die Nähe darf nicht zu stark werden. Wir würden, solche Nähe uns einbildend, fürchterlich werden, unerträglich ohnehin. Das Leben wird mir lustig, also annehmenswert, da ich verstehe, was die Leute einschließlich meiner treiben. Man kann seine Zeit verbummeln. Ich finde das durchaus ehrenwert. Die Angestrengten strengen mich an. Ich freue mich auf den Herbst, den sie ankündigen, als bedürfe es einer Warnung. Die Erntezeit hat begonnen, die Früchte sind reif. „Und süßer noch wird die Erinnerung an unsere Mond- und Sonnenjahre, wenn jäher Schrecken sie beendete. Dann erst begreifen wir, wie sehr es schon ein Glücksfall für uns Menschen ist, wenn wir in unseren kleinen Gemeinschaften dahinleben, unter friedlichem Dach, bei guten Gesprächen und mit liebevollem Gruß am Morgen und zur Nacht.“ (Ernst Jünger, Auf den Mamorklippen, 1939)
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