War denn Kunst letzter Zeiten nicht wichtig? wird zu fragen sein. Die Antwort fällt mir leicht: Nein, war sie nicht. Sie ist das Verzichtbarste, das man sich denken kann, neben Werbung und anderen Trends zur Verringerung des Menschen. In der Angstspirale hat Kunst keine Chance, bestenfalls eine narkotisierende Wirkung. Insofern wäre sie seitens der Angsttreibenden willkommen, müßte aber zu Diensten sein. Hervorbringungen solcher Art existieren und werden gefördert. Sichtweisenbestätigung, positive Seitenwahl, Wertekanon abgesungen. Preis drauf. So bekommt der Künstler sein Geld und kann sich die nächste Portion Fritten leisten. Der Firlefanz der Festivals und Wettbewerbsdarstellungen geht weiter, denn die Bestätigten benötigen weitere Bestätigung durch ihrerseits Bestätigte. So wird man doch noch richtig sein zum wirtschaftlichen Ende. Ein Elend hat die Künste befallen, es lautet schlimmer noch als Anpassung. – Schon lärmen draußen die Barbaren. Die konnten ja nicht ausbleiben, großer Gott. Kommt mir morgen oder übermorgen jemand mit deutscher Kunst, lache ich mich tot oder verlasse das Land. – Kunst hat sich einmal aufgerichtet aus den Erzwingungen und Unterwerfungen, hat sich stolz erhoben bis hinauf in den schöpferischen Größenwahn. Und die Kritiker? fragt jemand plötzlich und wie aus dem Nichts.
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