Bevor ich nun schlafen gehe

Ich war ein Kind der Alpträume und kann mich nicht erinnern, jemals einen schönen Traum geträumt zu haben. Der große weiße Hund verfolgte mich, Schlangen wanden sich am Fußende und glitten den Körper entlang, der Uhu würde mich holen. Es lag ein Mann unter meinem Bett. Stünde ich auf, faßte er mit kalter Hand nach den Fußgelenken. Die Eltern durfte ich nicht wecken, denn sie benötigten Schlaf. Ich war allein in der Hölle, Nacht für Nacht. Auch tagsüber war ich Katastrophiker. Ich sah bereits den Baum, der auf uns stürzen würde in ein paar hundert Metern Entfernung weiter vorn auf der Straße, auf der wir fuhren, irgendwohin. Noch heute weiß ich, wie das geht. Laufe eine Straße entlang und schaue an den Hauswänden empor. Dort hängen die Balkons, dort hängen die Blumenkübel. Fällt einer herunter. Oder ein Baugerüst, ein Stein, ein Hammer, eine unbedachte Bewegung, schon saust was in die Tiefe. Man braucht Glück im Leben, ich bin ein Sonntagskind. Es ist gut für mich, daß ich erwachsen geworden bin, denn ich träume nicht mehr schlecht. Das Schlimme kommt nun aus dem Tatsächlichen und der Pressung, die von ihm ausgeht.


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