Untersuchte jemand die 271 Einträge, die ich seit dem Beginn von Texte und Tage im März dieses Jahres verfaßt habe, darauf hin, welche Wörter am häufigsten verwendet wurden, ragten Leben und schön wie Leuchttürme aus der Umgebung des statistischen Materials. Nicht von ungefähr. Nichts beschäftigt mich mehr als das Leben. Nichts suche ich mehr als Schönheit. Ich lebe davon, ernähre mich so, brauche sie. Schönheit in einem sehr umfassenden Sinn. Nicht als Gefälligkeit, Hübschheit, Attraktivität, sondern als Ereignis, Wahrheit, Bestätigung des Seins, als geheimer oder offenbarer Sinn des ganzen Treibens, als Wert und Gut, als Melodie. Über Häßlichkeit möchte ich später einmal in Ruhe nachdenken. Sie ist seltener als vermutet, vermute ich. Daß das Leben mich fesselt und unentwegt beschäftigt, hat biographische Ursachen. Ich wiederhole mich: es will mir nichts Selbstverständliches werden oder sein. Normal ist der Tod. Siehe: Blick ins Weltall, wo die Körper leblos kreisen. Kürzlich die Frage, warum die Menschen so erpicht darauf sind, im Weltall anderes, weiteres Leben aufzuspüren. Irdische Neugier, vermute ich. Man segelte über die Weltmeere auf der Suche nach neuen Horizonten. Mittlerweile muß man ins All. Der Mensch entdeckt gern etwas. Das Ostereierverstecken dürfte eine Ursache sein. Was liegt hinter der nächsten Ecke? So fragt jeder. Wir sind so. Daß uns das nahe schöne Leben dabei nichts mehr wert ist, möchte ich beklagen und ändern.
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