Nach Mitternacht erste Tropfen. Sie fielen vom Himmel wie kleine feuchte Geschenke. Sie waren zählbar wenige. Nun warten die dürstende Nacht und der dürstend helle Tag auf Nachschlag. Wind- und wetterbedingt hängen wir hier am äußersten Ende der Bewässerungsleitung. Wir bekommen, was übrig bleibt. Langer Weg vom Atlantik hierher. Doch sind wir abgesichert, denn die Natur ist struppig und wild. Laß eine Fläche zwei Jahre unbeobachtet und ungemach, schon wuchern bisher unbekannte Welten. Hier ist es karg, hier ist alles was lebt abgehärtet. Ich spüre es sogar an mir selbst. Ich werde ganz allmählich zum Steppenbewohner (bin es längst) und streune schnuppernd und listig durch Feld und Gehölz. Von den vielen Menschen lasse ich mich nicht irritieren. Sie sind auf anderer Spur, ich suche nicht in ihrem Begehren, doch wir begegnen uns. Ich bin nicht mehr stolz. Stolz hängt an einem Baum wie Bast eines abgeworfenen Geweihs. Was bei uns die Füchse tun, leisten sie in New York City als Kojoten.
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