Durch die Straßen brausen, ohne ein Fahrzeug zu benötigen. Die Lichter und Leuchtschriften zischen wie glühende Kabel am Auge vorüber. Die Flughöhe entspricht dem Sitz des menschlichen Kopfes auf einem stehenden Körper mittlerer Größe. Es ist grellbunte Nacht, die Stadt schwitzt. Menschengruppen taumeln den Vergnügungen zu. Gelächter, Stimmengewirr, Autohupen, Motoren, quietschende Reifen, Fahrradklingeln, Flüche, Sirenengeheul, ein Kind schreit. Der Boulevard ist ein großes Gewässer, das die kleineren Flüsse, Bäche und Rinnsale des steinernen Umlandes aufnimmt und führt. Palmen und Schilder, Ampelanlagen, Drähte. Eine Tür springt auf und zieht den Blick in eine gelbrote Höhle, einen Raum voller Tücher. Durch dieses Labyrinth der Stoffbahnen in voller Fahrt, den langsamen Körpern ausweichend, sie umkurvend. Aus dem Fenster in einen rückwärtigen Hof, in dem sich Orangenkisten stapeln. In einer Ecke steht ein Liebespaar und kommt der Sache näher. Geduckt durch einen engen dunklen Gang mit zerbeulten und aufgebrochenen Briefkästen. Ein Name auf Pflasterband, Velasquez. Nicht die Treppe hinauf, keinesfalls die Treppe hinauf. Auf der Schwelle sitzt ein schmutziges Mädchen und konzentriert sich darauf, die Nadel zu setzen. Ihr Gesicht gehört nach Berlin. Letzter Sommer.
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