Nach dem Zögern

Nicht nur die Früchte oder der Wein, auch Entscheidungen müssen reifen. Das bedeutet, sie der Zeit auszusetzen, doch eigentlich nicht der Zeit, sondern dem, was sie, die selbst fast nichts ist, enthält: Sonne, Wind und Wetter, Widerstreit. Einen Gedanken wenden und erneut wenden, bis sich die richtige Seite der Sache zeigt. Ist solches Wenden und Prüfen nicht länger nötig, wird die Einsicht vollstreckt. Endlich. Doch Geduld ist Teil der Aufgabe. Einseitig die Schnelligkeit zu favorisieren ist ebenso töricht wie der Langsamkeit unbesehen ein Lob zu erteilen. Es kommt drauf an, sagt man. Doch worauf kommt es denn an, bitte? Daß das eigene Gespür richtig ist und der größeren Vernunft gehorcht und nicht der kleinen, die dazu geschaffen ist, alles herunterzurechnen, bis fast nichts mehr bleibt außer Zahlen und ein bißchen Mengenlehre. Doch nun ist die Sonne fort. Das unentwegte Argumentieren verödet den Sinn. Die Tiere wenden sich einander zu und verlassen die Worte wie Ortschaften ohne Zukunft. Auch das geht eine Zeitlang gut. Die Situation entscheidet, sie tut das jeweils JETZT.


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