Es wird Abend und die Nacht naht. Der Himmel färbt sich rosa, wird schraffiert von Wolkenstreifen. Die Vorortbahn fährt durch Gestrüpp, Geröllhalden, Abstellplätze. Der kleine Zirkus steht auf einem Baugrundstück, einer Brache: ein gestreiftes Zelt, die bunten Glühbirnen, die Zugmaschinen und Wagen, ein Absperrzaun, die Kabine mit Kasse am Einlaß. Von einer Rolle werden die durchnumerierten Eintrittskarten abgerissen, dafür ist die Perforation eingestanzt. Die Kartenrolle ist hellblau, rosarot oder gelbbraun in den Tönen des Lehmbodens, auf dem die Pionierpflanzen stehen. Natternkopf, Nachtkerze, Wegrauke, Lattich. Auf Liegestühlen lümmeln Besucher und warten auf den Beginn der Vorstellung. Die Kassierin kontrolliert ihre American Nails. Kommt keiner mehr. Gute Tage, schlechte Tage. Der Clown hat sich geschminkt, raucht eine Zigarette, gleich darauf noch eine. Im Winter friert er, doch jetzt ist Sommer. Die Bahn fährt vorüber, in zehn Minuten kommt die nächste. In der Luft ist das Feuchte und Frische eines freundlichen Abends. Die Mauersegler fliegen in mittlerer Höhe. Es hat geregnet und wird wieder regnen, und erst jetzt bemerke ich Nachrichtenschläfer, was im Süden das Wetter vermochte. Ich stelle mir einen Menschen an entlegenem Ort vor, der sich allein dort auskennt, wo er lebt, und nur das weiß, was er wissen muß.
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