Rock’n’Roll

Langsamer werden zum Schluß. Nach der zweiten Strophe kommt das kleine Solo. Der Refrain behauptet: Ich laufe dir sowieso nach. Vergib mir. Das Schlagzeug beginnt, der Baß macht mit, die Gitarre schlängelt über soliden Grund. Dieses Vorwärtskommen funktioniert für satte drei Minuten oder gibt mehr her, bitte sehr. Nicht mehr umschauen, hinter dir steht die Vergangenheit. Vor dir die Zukunft ist auch nicht wichtig. Was zählt ist das Goldene Jetzt, bestehend aus nichts als einem guten Gefühl für Weite und Raum. Dir sowieso nach, sowieso nach. Oben ein Himmel, so blau, daß man küssen möchte. Um dich das Mischmasch, aus dem man springt wie der Hund aus der Pfanne, den da jemand vergessen hat, auf die Uhr zu sehen, dir sowieso nach. Die Schuhe schon wieder kaputt, der Hose reißt die Naht. Alle wollen nach B, rücke weiter auf C. Dir sowieso nach. In C tat es weh, sowieso nach. Nach C kommt D, Rolle rückwärts auf A. A ist der Star, sowieso nach. Im Studio herrscht ansteckende Ratlosigkeit. Die Band hat den Text vergessen, nun wird improvisiert. Ihr seid super, Jungs, sagt der Produzent. Der Sänger grinst schief, er weiß es besser. Texte schreiben ist die Hölle, der zweitschönste Ort auf Erden. Der schönste liegt nicht weit von hier. Dir sowieso nach. Auf einem Fahrrad sieht nicht jeder gut aus. Der Mensch und sein aufrechter Gang, eine Erfolgsgeschichte. Zum Ende langsamer werden. Wir vergaßen, das Piano zu erwähnen. Das macht deshalb noch ein bißchen weiter, während die anderen verschnaufen von dieser Verfolgungsjagd am Ende eines Tages, der auch sein Recht hatte.


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