Unbeholfene Hymne

Anstrengung ist nicht an sich schlecht. Doch das Angestrengte ärgert oder ruft notfalls Mitgefühl hervor. Niemand möchte anstrengend wirken. Jeder würde sich anstrengen, wenn es sich lohnt. Wann aber lohnt sich Anstrengung? Wer ist bereit, sich für mich anzustrengen – für wen bin ich bereit, mich anzustrengen? Was erhoffen wir uns? Was ist das Strenge an der Anstrengung, das es uns schnell verleidet, ehe wir noch wissen, was es ist? Fragen in die Nacht, in die Weite, ins Nichtwissen der plötzlich schweigenden, man hat den Eindruck: erbleichenden Wirklichkeiten. Die kleine Wahrheit ist: Jeder möchte sich nach Kräften einsetzen. Jeder möchte Gutes tun. Niemand möchte schaden, verletzen, Übles tun, noch verursachen. Bis auf „die Anderen“. Die sind nicht in diesem Einverständnis. Die sind nahezu niemand, doch sicher existent. Um sie dreht sich dieser kleine Text nicht. Er dreht sich um jene, die niemandem etwas Böses tun wollen und dennoch in Situationen landen, in denen es nicht möglich ist, Gutes zu tun. Das zählt zum Leben wie das Böse. Die Rechnungen gehen nicht auf. Das ist der ganze Witz. Gegen diesen stimmigen Witz agierend – da fängt es an. Auch Humor.


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