Hinterhoffest in der Weserstraße im Quartier der Pinguine. Türcode und Einlaß, ein mit Pinguinen verstopfter Keller, es wird aufgelegt. Musik, nur daß sich niemand tanzend rühren kann. Man wackelt von einem Fuß auf den anderen, wiegt sich, daher besser Stehen im Hof, der ein großer Fahrradparkplatz ist, in dessen Mitte schweigend ein guter alter Baum steht. Wir unterhalten uns über die Schwierigkeiten der Pinguine, sich Distinktionsgewinne zu erwirtschaften. Alle sehen gleich aus, denken gleich, sprechen gleich, träumen gleich. Etwas Kreatives werden oder tun, actually. Erkannt werden als schönes und begabtes Exemplar mit einer sicherlich großen Zukunft, wenn es klappt: mit den Kontakten, dem eigenen Auftreten und dem richtigen Frack. Pinguine können auch sehr schön rutschen, gute Schwimmer sind sie überdies. Man sollte sich keine Sorgen machen. Diese Kolonie wird es schaffen. Sie werden das Eis der Zukunft zum Schmelzen bringen mit ihrem Charme und ihrer demonstrativen Lässigkeit, derzufolge alles ja doch bloß ein gewaltiger Spaß ist, bei dem man nicht draufgehen kann, weil das den anderen passiert. Einem selbst doch nicht, dazu ist man viel zu avanciert und zu gut angepaßt mit seiner ganzen Ausrüstung und den vier Fremdsprachen und dem globalen Universaljargon. Wenn man so ist, wie man derzeit nun mal ist, ist man doch in jedem Fall richtig. Sonst (was unwahrscheinlich ist) wäre man mit all den anderen falsch, was ja ein Ding der Unmöglichkeit ist. Doch, gesetzt den Fall – dann hätte man sich wenigstens nicht allein geirrt. Das besagt doch das Wort: Kolonie. Sich entlang der Felswände und in den Höhlen breitmachen, alles vollkacken, mit einem Wort: siedeln. First we take Manhattan, then we take Berlin.
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