Zwei Schauspieler unserer Zeit

Keine Überraschung aus Hollywood, das Traumpaar trennt sich. / Die Weisen halten sich im Hintergrund und schützen ihr Recht auf Unversehrtheit. Die Bedürftigen aber springen ins Blitzlichtgewitter der Kameragewehre und lassen sich rituell für die öffentliche Aufmerksamkeit und Anerkennung zersieben. Irgendwann gehört ihnen nichts mehr. / Der zweifelhafte Ruhm, der sich an Menschen heftet, die das ungelebte Leben der Millionen kompensieren sollen, reißt in einen Strudel, der dem großen Mahlstrom gleicht, den Edgar Allan Poe zu zeichnen verstand. / Der selbstverschuldete oder nicht zu verhindernde Untergang eines Paares, das etwas verkörpern sollte, das es unter solchen Bedingungen nicht geben kann: nämlich die „große Liebe“, die allen Widrigkeiten trotzt, selbst der Gier und Gefräßigkeit jener Millionen, denen aus Menschen Idole geformt werden, damit sie den Glauben nicht verlieren. / Verwunderlich, wenn nicht bestaunenswert, wie lange die beiden durchgehalten haben und an jenem Bild mitwirkten, das es nicht geben muß. Das Kitschbedürfnis der nicht unterrichteten Kreise mag groß sein, doch Liebe zeigt sich nicht vor. Glamour tut das, Pöbel und Neureich tun das. / Auch das sogenannte Gute sollte sich nicht in Breite darbieten und prostituieren. Abseits der gemeinen Aufmerksamkeit gelingen die schönsten Handlungen. Ohne diese Diskretion sind wir alle arm dran.


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