Das Regime der Angst 1

Der schläfrige Zug. Man hing an der Scheibe und dachte sich hinaus und hinein. Nicht anders im Fernbus, der von sonstwo nach anderswo fuhr. Die Kilometer aus Land und aus Nachdenklichkeit. Flächen der Bewirtschaftung oder Schonung, am Himmel eine Sichel aus Licht. Zunehmend. Die Leitlinien stimmten. Einer steuerte und wachte, wurde bezahlt, versah seinen Dienst. Das war zu erwarten, das geschah uns recht. Meditation entlang der Minuten und Stunden, man saß fest. Peine fast schon sprechend, eine Tee- und Spielstube der Fremden und Versprengten, das Stahlwerk. Braunschweig wie aus zweiter Hand. Nachts die Städte: dabei war es nicht Nacht, lediglich Nachmittag, siebzehn Uhr sonstwas. Die Zeit nach der Schicht. Melancholie, ein Dösen auf Abruf, ein Dämmern im Unterwegs. Ich kratzte meine letzten Gedanken zusammen und fand mich arm. Das Buch war zu gewollt, der Sitz zu unbequem. Ausharren und sich einfalten wie ein Blatt oder eingefaltet halten wie eine Blüte. Erinnerungen kamen nicht, keine einzige kam. Erinnerung. Man hat mir mal den falschen Plural vorgeworfen, in einem Gedicht. Die Verse lauteten: ich habe sie vergessen. Einen Vers weiß ich noch: die Vögel fast zu Tode. Und vorher war ein Singular. Als ich hier ankam, Berlin, war alles Montag und Abend und entspannt bis schläfrig. Ich schätze diese Stadt sehr. Hier leben die, die ich liebe.


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