Tomahawk

Mitten des Nachts, ich ramme mir mit voller Wucht Waitin‘ on the Sky von Steve Earle in die Ohren, Song von 2011, ein ums andere Mal. „Sitting on top of the world / Eyes wide open till the messenger calls“. Nun schon das vierte Mal, es ist 3:57, wie zum Trost, das schiebt. Stimme der Entrechteten und Verstummten. Etwas ging schief in den vollen Jahren des Gewinns. Steve Earle singt die Songs der Unverstärkten, darin liegen seine Tapferkeit und sein Vermögen. Er ist einer der wenigen, die ahnen, was wirkliche Macht, was Möglichkeit ist. Jeder seiner Songs schlägt die Unwirklichkeit. God Is God: „Even my money keeps telling me it’s God I need to trust / And I believe in God, but God ain’t us.“ Vielleicht hängt er fest, vielleicht wirkt er etwas veraltet. Das täuscht, man wird ihn eines Tages verehren wie einen der letzten Heiligen des wirklichen Lebens, nachdem es abgeschafft wurde.


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