Der Wind verwirbelt. Ich traue mich kaum aus dem Haus. Der Wind macht alle verrückt. Er treibt den losen Müll vor sich her, bis er am Metallfuß eines Baugerüsts hängenbleibt. Eine Frau geht bei Rot über die Fußgängerampel, als sei sie von Sinnen oder tatsächlich lebensmüde. Bremsen quietschen, der erschreckte Fahrer hupt, um sich zu entlasten. Die Frau zuckt hilflos mit den Schultern und entschuldigt sich flehenden Blicks. Jemand hat einen Eimer Farbe auf dem Gehsteig fallengelassen. Die Farbe ist getrocknet und bildet einen weiß glänzenden, wulstigen Belag. Lustige Schmierfinken haben sofort zu schreiben begonnen, jetzt ist da was zu lesen. Die Gegenstände gehen zu Boden: Milchpackungen zerplatzen, Bierflaschen zerbersten. Glassplitter auch auf den Radwegen, wie nach einer Wurfschlacht. Die Verbraucher stehen sich im Weg. Nein, ich glaube, hier ist nicht der Kottbusser Damm, sagt eine modische Frau zu ihrer modischen Freundin. Sie starrt auf ihr Smartphone und bleibt ruckartig stehen, ich laufe fast auf sie drauf. Die farbigen Lichter wehen wie Fahnen im Wind. Als hätte man Halluzinogene verabreicht, als werde neu gemischt. Wirklichkeit wird hergestellt. Ein harter Tag für die Angestellten im Einzelhandel. Ein harter Tag für alle, die mit Auto unterwegs sind. Ein harter Tag für Polizei und Feuerwehr. Der Wind geht um und tauscht uns aus.
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