Zehnter Tag

Sich in der eigenen Stadt, die eigen ist, aber niemandes Eigentum ist, bewegen wie in einer fremden. Sieh an, diese langen Straßenzüge entlang der atmenden Bäume. Sieh an, dieses Billigwarentum entlang der Sonnenallee, der orientalische Stil mit viel Goldglanz, in Plastik ausgeführt, Familien vor den Imbiß-Restaurants, Blicke. Wer von Treptow kommt, erfährt auf der Weserstraße den Wandel. Ab der Wildenbruch beginnt der Kleinkapitalismus der neuen Gerechtfertigten. Leute, die nur das Gute wollen und sich harmlos geben mit ihren Blümchenkleinläden für Süßes und Einzelnes, handgemacht und fern von bösen Absichten. Da sieht man die neuen Väter, die sich von den neuen Müttern kaum unterscheiden, derart gut passen sie zueinander; sie sind fröhlich und egoistisch und kennen sich aus, von hier bis Brisbane, Queensland. Der Tod ist abgeschafft, denke ich als Besucher dieser Koralleninseln, die Welt ist hell und gut oder wird es werden, wenn nur alle mitmachen. Davon den Libanon überzeugen, die Familien, die Mafia, die strengen Gesetze der Tradition und Zugehörigkeit, dann sähe die Welt anders aus, dann säßen wir an bemalten Klapptischen auf bemalten Klappstühlen und tränken gemeinsam Muckefuck.


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