Drei Jahre Texte und Tage

Es wäre schön, wenn auch andere schrieben, was bei ihnen los ist. Mir scheint, ich rufe hier recht allein durch den weiten Raum und gebe meine Signale. Ich kenne niemanden persönlich, der solches sonst tut. Vielleicht gehört es sich nicht für die Älteren – die Jüngeren tun es ja zuhauf. Doch was ist mit den Altersgenossen, mit ‚meiner Generation‘? Die Kinder sind aus dem Gröbsten heraus, da werden doch einige allgemeine oder spezifische Bemerkungen zu den Fragen des Lebens möglich sein – sofern einem Schreiben etwas ist. Andererseits bietet sich der Rückzug an – wozu noch trommeln, wenn die Dienste getan scheinen. Vorruhestand kündet sich an. Heute war ein stachliger Tag, es fühlte sich giftig an zwischen Menschen. Erst gegen Abend beruhigte sich das Meer und das Schiff nahm ruhigere Fahrt. Der nächste Hafen ist Marseille, dort spricht man nicht meine Sprache. Bin ich enttäuscht? Nein, nur manchmal ein wenig entgeistert. Alles in allem fahre ich weiter.


Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Drei Jahre Texte und Tage

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert