Tatsächlich scheint es eine eigensinnige Psycho-Logik zu geben, die unsere Einstellungen und Verhaltensweisen steuert. Niemand bestreitet das. Sie aufzuspüren und verstehen zu lernen gleicht einem Abenteuer, heißt es. „Das ist ein Trip, das sage ich dir“, sagte mir ein Unbekannter vor etwa einem Jahr, wir standen zufällig nebeneinander, kamen ins Gespräch und landeten dort: bei Analyse und Therapie. „Das ist so, als ob man sich selbst auf die Schliche kommt“, sagte er und grinste. „Noch zahlen das die Kassen.“ Dagegen die schlichte und abwehrende Aussage Werner Herzogs, der sagte, das menschliche Gehirn sei nicht zur Beschäftigung mit sich selbst geeignet, es benötige äußere Herausforderungen. Die Einschätzung eines Tatmenschen. Manche aber können nicht ins eigene Tun finden und lassen sich nicht herausfordern. Die wandern sich selbst ab, labyrinthisch, schleifenhaft, ermüdet und enttäuscht. Die wissen, daß sie in sich feststecken, die möchten hinaus, aber wissen nicht, wie. Die bleiben irgendwann dicht an dieser Mauer liegen, über die sie nicht steigen können, da sie nicht existiert. Man muß über dieses Existieren des Nichtexistenten besser nachdenken, über das unablässige Auftürmen großer Macht seitens der Bedürftigen. Sie türmen sie gegen sich auf, das beruht auf Glauben und Autorität. Symbolische Macht ist tatsächliche Macht. Es gibt dafür dieses schöne deutsche Wort: Einbildung. Einbildung bezeichnet den schöpferischen Prozeß der Verinnerlichung, die prachtvolle Ausgestaltung des inneren Tempels (der Angst). Angst ist die Bestimmung des Menschen, Angstabwehr die Maxime seines Handelns? Manche konstruieren eine Mauer, hinter der sie Schutz finden, andere drehen Filme mit Klaus Kinski. Angst ist der Name des feuerspeienden, vielköpfigen Drachen. Deshalb ist der Drachentöter ein Held.
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