Nerven wie Drahtseile

Deutschland im Griff der Dürre, dichtet die Wetterseite. Kein Regen in Sicht, nur zum Wochenende hin etwas davon im Südwesten des Landes. Einzelne Gewitter, „aber die allein bringen noch nichts“. Die Leute sind ohnehin schon nervös. Auf dem Fahrrad verfolgte heute einer ein Auto, das ihm zu nahe gekommen war. Er schrie und spuckte und verfluchte den Fahrer. O Mensch, achte die Vernunft! bangte ich erneut mit Spieß (der übrigens verrückt wurde). Eine alte Bekannte erkannte ich nicht auf der Straße, da sie Mundschutz trug. Erkannte Bekannte nicht. Ansonsten lauschte ich dem Wind und sah zu, wie die Gräser sich in ihm bewegen, ein jeder Halm nach seiner Möglichkeit. Und ich dachte nach über Pfade, wie Menschen und Tiere sie ausbilden, wenn sie von hier nach dort gehen. Pfade sind feiner als Straßen, man muß sie nicht planen.


Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Nerven wie Drahtseile

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert