Die Anbetung des Sommers rührt aus der Furcht vor dem Winter. Licht wird der Dunkelheit, Wärme der Kälte, die Farben dem Schwarzweiß entgegengehalten, das Leben dem Tod. Doch das Wachstum beginnt mit dem Frühling, die Ernte erfolgt im Spätsommer und Herbst. Der Hochsommer ist ähnlich gnadenlos wie der strenge Winter. Jetzt wird verbrannt. Die Tiere erstarren, dürsten, schränken sich ein. Ich habe heute einer Amsel eine Schale Wasser hingestellt, verdorrende Büsche gegossen. Warum sind die Spatzen nicht mehr hier, sie lärmten doch kürzlich noch? Hitze kann fürchterlich sein. Winter und Sommer müssen sich gegenseitig in Schach halten, keiner der beiden darf siegen. Herbst und Frühling halten sie zusammen, Leben ist Werden und Vergehen. Am Ende des Sommers um Gnade winseln, im endlosen Beginnen des Frühlings (März-April) die letzte Hoffnung verlieren. So leben wir hier inmitten des Unglaublichen.
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