Besser wenn ich es nicht weiß – das sagen diejenigen, denen Verhöre und Folter in Aussicht stehen, sollte man sie fassen. Denn was im Kopf ist, kann auch wieder herausgezwungen werden. Besser also, es gelangt gar nicht erst hinein. Informationsfragmente müssen dem Widerständler demnach reichen. Ich sehe mir Das Boot an, die Serienneuverfilmung des Klassikers von Wolfgang Petersen aus dem Jahr 1981. Wenn Deutsche ihre Schuld bearbeiten, geschieht das gründlich. Man könnte stolz darauf sein, doch etwas stimmt nicht. Ich weiß noch nicht, was es ist. Vermutlich lese ich erstmal Lothar-Günther Buchheims Buchvorlage, endlich, ich ließ sie mir schenken (dtv-Taschenbuch) zum Weihnachtsfest 1981. Derart lange liegen oder stehen Bücher und warten. Nur daß sie nicht warten können, da sie nicht leben, sondern tot sind. Erst ein Leser erweckt sie zum Leben. Buchheims Kenntnisse der kriegerischen Unterseefahrt beruhen auf einigen wenigen Fahrten an Bord als Kriegsberichterstatter. Darin liegt kein Makel. Selbst eine Fahrt an Bord eines gefechtsbereiten Unterseeboots sollte reichen. Zurück zur Handlung und dem Satz, daß es besser ist, wenn man nichts weiß, nein: nur soviel weiß, wie unbedingt nötig. Informationsfragmente werden zusammengesetzt zu einem Lagebild. Dazu muß es eine Person geben, die die verschiedenen Puzzlestücke zusammenzusetzen vermag – später einmal oder dann, wenn es not tut.
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