Jurassic Park zur Hälfte angesehen, Bildungslücke füllen. Ein B-Movie als Kassenschlager. 1993. Niemand von uns ging damals in einen solchen Film, wir waren zu – sophisticated. Wörterbuchangebot dazu: anspruchsvoll, kultiviert, ausgeklügelt, raffiniert, weltklug, hochentwickelt, fortgeschritten, weltgewandt, differenziert, erfahren, gebildet, kompliziert, verfeinert, schwierig. Ich würde ergänzen: erhaben, enthoben, entrückt. Dinosaurier in der Gegenwart – keine schlechte Idee, denke ich heute. Noch dazu in einem Freizeitpark, der sich darin von anderen Attraktionsanbietern unterscheidet, daß er echte Urtiere zu zeigen vermag und sie „frei“ herumlaufen, insofern „gefährlich“ sind. Endlich kommt es, nach gut vierzig zähfließenden und albernen Minuten, zum Höhepunkt des konventionell erzählten Films: ein Dino steigt den Besuchern aufs Dach ihrer bunten Jurrassic-Park-Mobile, Kinder kreischen und nerven, ein Erwachsener muß mal und rennt aufs Klo. Komödie. Kurz darauf sitzt er noch auf seinem Kacksitz, aber die Verkleidung ist fort. Wände und Dach sind zermalmt, er aber sitzt und kann nicht mal mehr beten. So geht das dann weiter, und am Ende passiert sonstwas. Wo liegt die Lösung. Ein friedlicher Tierpark mit lieben Dinos? Deshalb den Film zuende sehen? Schnell noch Marcel Duchamp anrufen: Es gibt keine Lösung. Weil es kein Problem gibt.
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