Schneidbrenner

Mir selbst zu mißtrauen … Das habe ich lernen müssen. Aber wie gelangte dieses Mißtrauen in mich, sofern es nicht angeboren oder natürlich ist, sondern erlernt werden muß? Es handelt sich um Lektionen des Nichtgenügens und Nichtvermögens – wir kennen sie zur Genüge. Schimpf und Schande, Schande und Scham. Wir lernten später, dies zu überspielen und vergessen zu machen: durch Leistungen hier oder ein Beliebtsein dort. Fast hätten hätten wir sie selbst vergessen, diese abgrundtiefen Niederlagen und Demütigungen. Es gab Dinge, die bekam ich nicht hin. Andere konnten sie, ich konnte sie nicht. Umgekehrt gelangen mir Unternehmungen, die anderen mißlangen. Ich aber hatte nur Sinn für das, was mir nicht von der Hand ging. Das brannte wie eine Wunde, das geriet nicht in Vergessenheit. An ein paar Leute, die in mich hineinregieren wollten, erinnere ich mich gut. Nur selten mochte ich einen von ihnen. Ich mag die, die mich frei mögen und mir Glück wünschen, was immer ich tue. Mit Angstgedanken hemmt man einen geliebten Menschen und fesselt ihn fest. Das ist schlimm. (Die Überschrift ist nicht schön, ich weiß.)


Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Schneidbrenner

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert