Dieses Würgen für Schönheit

Jeder Frühling bedeutet Wiedergeburt – ja, mag sein. Für mich ist der Frühling eine Wunde, aus der es eitert und tropft. Wundgescheuert von den Runden im Park, über Kies gezerrt von den galoppierenden Gäulen. Schrammen und Striemen, ich sehe aus wie einer, den sie zur Strafe fürs Überleben auspeitschen ließen. Dann reißen sie mir das Maul auf für ein Lächeln. Grins‘, du Arschloch. Und ich grinse dämlich in die Photo-Objektivität. Heilige Scheiße! lautet mein Gebet. Das zur Mystik. Ich verstehe Gott durch und durch und weiß ganz genau, wer seine Absichten durchkreuzt. Das Leben ist ein Himmelfahrtskommando. Ich gurgel mir den April durch die Röhre und bin froh, im Vollmond heute einen Gefährten zur Nacht zu haben. Wiedergeboren heißt, Stück für Stück und Ruck für Ruck durch eine Kanalröhre gezogen zu werden. Das geht nicht ruckzuck. Manchmal flutscht es, meistens stockt es. Lies den Text laut, aber betone richtig. Nun wurde uns Kälte verordnet, zum Abkühlen der überhitzten Gemüter. Am 1. April war ich tot oder sah auch schon so aus. Samstag ist Feiertag. Gestern ging es grandios. Die Sonnenstrahlen fielen funkelnd ein, als sollten sie mich retten. Es gibt kein Funkeln ohne Betrachter. Wir sind die, die würdigen. Mit uns die Tiere und die dankbaren Pflanzen.


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