Koloniale Gemütlichkeit

Keine Zustimmung, eher eine abwartende Stille im Land. Die Bewohner sind froh, daß in den Stromschnellen der letzten sieben Jahre andere kenterten oder umkamen. Sie wissen nicht, ob sie gut, nur daß andere deutlich schlechter regiert werden. Diese Stille ist manchmal unheimlich und bekommt etwas Lastendes. Als sei die Unschuld des Seins verletzt worden, als hätte ein Tabubruch stattgefunden, als müsse noch bezahlt werden. So fühlt sich ein ehrenhafter Betrüger, der genau weiß, was es mit seiner Reputation auf sich hat: daß sie nämlich auf Abhängigkeit und Angst beruht.

„Die grüßen ja so freundlich“, wundert sich der Besucher der Farm. „Das täuscht“, lächelt der Besitzer, „sie hassen uns. Solange sie uns fürchten, mag es gehen. Doch wehe, wenn sie die Furcht verlieren.“ Der Besucher forscht nach: „Was geschieht dann?“ – „Sie werden uns töten und anschließend unsere Köpfe auf Spieße stecken und zur Warnung am Eingang ihres Dorfes aufpflanzen.“ – „So schlimm steht es?“ fragt der Besucher mit zitternder Stimme, der er vergeblich etwas Festigkeit verleihen möchte. Der Farmer lächelt erneut: „Noch schlimmer.“ Er klopft dem Neuling auf die Schulter. „Und jetzt lassen Sie uns einen Drink nehmen, die Sonne geht gleich unter.“


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