Es gibt noch Aufgaben

Pilgerweg zu einer einzelnen Kiefer am Waldrand eines Waldes, der nur aus Fichten und Buchen besteht. Sie stehen in trauriger Monokultur und warten als Nutzholz auf die Axt. Nur die Kiefer will keiner. Auf ihr hätte ein Adler seinen angestammten Sitz. Die Kiefer steht hoch und schlank und leuchtet im Abendlicht. Kann ein einzelner Baum sich verirrt haben? Nicht weit entfernt die Jägerhütte, die Tür verriegelt, die Fensterläden geschlossen. Dort wollte ich leben. Im Traum, nur im Traum durfte ich einen Blick hineinwerfen. Eine Bank, ein Tisch, eine Anrichte, ein Ofen. Trauriger Anblick: alles verwahrlost und verdreckt, die Bodenbretter brüchig, ein Regal hängt schief, die Blechkanne ist verrostet. Und doch ließe sich dort leben. Im Rücken den Wald wie eine Macht, jenseits der Felder unten das Dorf mit den bekannten Menschen. Nachteil: ich müßte wieder anfangen zu rauchen. Man kann nicht am Waldrand allein in einer Jägerhütte leben, im Abendlicht auf der Veranda sitzen und nicht rauchen. Ein Hund ist leicht beschafft, und vielleicht läse ich dann auch endlich Hemingway. Der Platz auf der Kiefer ist dem Bussard reserviert. Ich bin nicht mehr Pilger, ich werde der Wächter der Kiefer.


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