Paradieswahl 4

Der letzte und erste Ort als ein Ort der Askese. Die Enthaltsamkeit als Tugend – nein sagen zu können als auszeichnendes Merkmal. Wie leicht das zu verstehen, wie leicht sich das installieren läßt. Hilfreich dabei der Vergleich – seht auf die Unersättlichen, seht, wie sie sich mühen. Die einen platzen aus allen Nähten, die anderen können kaum mehr stehen, geschweige denn gehen. Seht auf die Süchtigen, die den Weg des Siechtums beschritten haben, seht, wie sie enden. Wir dagegen, hier in der besten aller Welten, benötigen wenig, fast nichts. Den Genuß haben wir transzendiert – der Völlerei abgeschworen, auch dem Haß, wie überhaupt jeglichem Übermaß. Unser irdisches Himmelreich ist eines der sphärischen, der fast schon körperlosen Liebe. Wir brennen ohne Hitze, schwirren ohne Pfeil. Wir sind blutleer, aber ernsthaft. Die Glut unserer Augenhöhlen. Die Verbrechen der Sünder. Wir schreiben keine Gedichte mehr.


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