Geräusche

Es schneit und schneit, und das klingt wie beschrieben. Es fühlt sich gut an, geborgen zu sein, in Sicherheit sich zu wissen, es warm zu haben. Wenige hundert Meter von hier, jenseits der Straße auf dem schmalen Grünstreifen am Zaun, hinter dem der Friedhof liegt, steht ein Zelt, in dem ein Mann leben und schlafen muß, den wir alle hier kennen. Wir sehen ihn täglich. Er trägt einen Rucksack, geht von Ort zu Ort und schlägt sich durch. Er belästigt niemanden, fragt freundlich, ob man ihn unterstützen könne. Ich weiß, woher er stammt, ahne, was ihm geschehen sein mag. Gestern sprach ich mit einem, den ich besser kenne, und wir wußten, daß wir ihn bei uns schlafen lassen müßten, daß wir uns aber nicht trauen, eine solche Einladung auszusprechen, da wir nicht wüßten, was dann geschähe. Ja, das trifft es. Er schläft dort draußen, während es knispert, und ich schreibe diesen Text. Scham. Logik: Wir sind vernünftig und helfen nicht.


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