Totenkult 9

Man hat endlich lange Zeit, um dies und das zu tun. Das heißt: man kann darauf verzichten. Das heißt: man hat noch Zeit. Wieviel Zeit hat man denn? Niemand weiß es. Morgen schon könnten wir tot sein, es lebe das Leben! skandierte der französisch-belgische Schriftsteller und erschreckte damit seine deutschen Kollegen, die über solche Dinge noch nicht nachgedacht hatten oder nicht im Augenblick waren. Leben ist ein Fest, das macht den Tod besonders.


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Totenkult 9

3 Gedanken zu „Totenkult 9“

    1. Danke für die Polemiken, ich kann das schätzen. Meine Befürchtung geht allerdings in eine andere Richtung, nämlich daß uns das physische Leben an der Nase herumführt. Was es mit dem Geist auf sich hat, versuche ich zu ergründen. Seltsam ist mir, daß sich da zwei Gruppen gegenüberzustehen scheinen, die jeweils glauben, nur das Ihre sei das Entscheidende. Geist und Materie bedingen einander, sie bedürfen einander, sie sind ineinander verschlungen. Das begeistert mich. Bei Jiddu Krishnamurti gibt es den Meditationsauftrag, mittels des Geistes endlich das Gehirn zur Ruhe zu bringen, unser jüngstes, wichtigtuerischstes und vorlautestes Organ.

      1. L.L. schreibt:

        Die Frage ist doch, ob Geist, Seele (nous) für sich existiert. Ich bin der Überzeugung, dass bei Eintritt des Todes der Geist erlöscht. Ohne Gehirn kein Bewusstsein. Über den Tod selbst lässt sich nichts sagen, weil es zu sagen nichts gibt. Aus die Maus, lieber Holger.

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