Am Ende kommen die guten Indianer und besiegeln den Untergang des Schuftes. Vorher kämpfen Gut und Böse um die Seele eines unschuldigen Wesens, das ahnungslos in die Szenerie gestolpert ist, als Neuling oder sympathischer Idiot. Auch ein schuldbeladener alter Knochen kann erlöst werden, wenn er sich zu der Einsicht bekehrt, daß er sein narbengezeichnetes Leben solange vertan hat, wie er nicht aufrichtig bereut. Die Chance, sich ein letztes und entscheidendes Mal zu bewähren, kann seitens des Schicksals nicht verwehrt werden. Sonst lebte ein Beachteter gleichsam umsonst. Das ist nicht im Sinne des Erfinders. Der ist verantwortlich, allerdings nur für diesen, den dargebotenen Teil der Konstellation, nicht für jene anderen Teile, die sich der Kontrolle wie von selbst entziehen. Wer weiß schon alles? Doch im Western gehen die Rechnungen auf, auch im Neo-Western. Anders in unseren Breiten, wo sich findet, wer sich nicht sucht. Wir leben geheimnisvoller als gedacht. Der Western müßte Nachhilfe nehmen, wollte er zeigen, was sich hier zuträgt. Der wirkliche Feind hat sich bisher nicht gezeigt. Niemand kann mit Bestimmtheit sagen, wer demnächst diese wichtige Funktion bekleiden wird. Manche kommen in Frage, einige bieten sich etwas zu dienstfertig an. Angesichts eines solchen Wischiwaschi gerät niemand in die gehörige Wallung. Dazu und zu allem Überfluß die Nachricht, daß die Dienstwaffe nicht zuverlässig arbeitet. Sie beschreibt den Zustand dieses entwaffnend naiven Landes. Warum sollten die guten Indianer kommen? Nachricht an die Regie: Wir brauchen noch. Das ist sympathisch, auch ein wenig idiotisch, immerhin ehrlich. Der narbengezeichnete Held irrt durch die Straßen und Städte und sucht die Schlacht, die ihn ausgespuckt haben muß. Setzt er sich auf ein Pferd, halten sie ihn an. Schläft er in der Bahn, wecken sie ihn auf. Im Gefängnis mag er sicherer sein als draußen unter uns. Frage an die Regie. Antwort der Regie später. Jetzt bitte kein Saxophon. Abspann ohne Musik. Kinoplätze räumen. Es ist dunkel auf den Straßen, doch die Laternen werfen mit Licht. Alle gehen nach Hause und werfen sich dort zu Bett und danken.
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