Vor Jahren saß mir in der damaligen Küche eine Frau gegenüber, die mit ihrem verheerenden Charakter alles zernichtete, was ihr hätte kostbar und teuer sein sollen. Sie wunderte sich darüber, daß eine junge Frau, Studentin, „Mitte zwanzig, bildhübsch, sportlich und intelligent, rauchte nicht, trank nicht“, eines Morgens tot in ihrem Bett gefunden worden war. Sie ging offenbar davon aus, daß der Tod die Bessergestellten verschont. Aber warum sollte der Tod nicht eine Begabung dafür entwickeln, sich jener anzunehmen, die alle Welt für besonders gerechtfertigt ansieht? Vielleicht suchte er eine Gesellschafterin. Vielleicht hatte er die Nase voll von all den Alten, die er anstandshalber zu sich ruft, damit es auf Erden nicht zu sehr riecht. Vielleicht werde auch ich einmal nicht sterben wollen. Doch nüchtern betrachtet kann man doch zugeben, daß einmal Schluß sein muß. Wir sind hier schon sehr viele. Ich sagte der Frau am Küchentisch: Der Tod ist unser ständiger Begleiter. Da starrte sie mich an, als hätte ich den bösen Blick, und drehte sich angewidert vom Stuhl.
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