Tief innen

Dunkle Strömungen führen an Orte der Einsicht. Als betrete man einen Stollen, der tief und tiefer in den Berg führt. Endlich die große Höhle, eher eine Kathedrale, urzeitliche Schöpfung, makellos ausgeführt. Verschlungen, abgründig, bizarr. Man könnte auch sagen: heidnisch. Es tropft von der Decke. Dieses Tropfen ist die Einsicht, die fortan die Stunden und Tage bestimmt. Der Ausgang steht offen, man gelangt hinaus. Wer das nicht aushält, darf zurück ins Freie, dorthin, wo es mit jedem Schritt heller wird. Schwere Entscheidung für einen Zeugen. Die Dauer gehört zur Wirkung, die Wiederholung gliedert die Zeremonie, ohne dieses Maß kein Einsicht. In den Seitengängen und Querstollen huschen Gestalten im Licht der aufgestellten Lichter. Jemand serviert Tee. Eine scheue Verbeugung, schon wieder fort. Dort steht mit einem Male auch ein mit Leinen bespannter Stuhl, aufgefaltet wie aus dem Nichts. Abwarten und Tee trinken. Das Ritual hat begonnen.


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