Nach einer Sternschnuppennacht

Die Betäubung und innere Lähmung der letzten Tage ist vorüber. Das Wetterkonsortium hat uns ein paar Grad Celsius erlassen. Die Nacht war ruhig, der Schlaf tief und erquickend. Ich verstand die letzten Tage nicht, wozu man lebt und was bitte das Schreiben bedeuten soll. Als gelange man an die wertvollsten Ressourcen nicht mehr heran und das Leben erstarre in blöder Routine, die Tage und Nächte seien lediglich zu absolvieren und Besserung kaum in Sicht. Ein Gefühl, als sei man komplett ausgeräumt. Ich schob es auf die Hitze. Ja, vielleicht war sie es, vielleicht waren es auch die Nachrichten und Bilder, die Einfluß nahmen. Gewisse Situationen lassen sich durch Sprechen und Sagen nicht abmildern, und es gibt mit einem Mal auch nicht die richtigen Worte. Die sind bereits fortgenommen worden, die Restbestände kümmerlich. Es bleibt die Nachrichten- und Kommentarsprache, die den Geist eintrübt. Es bleibt die Beschäftigung mit zwei Wespen, die mich des Nachts besuchten und von denen eine tot im Wachs liegt. Sie sieht immer noch aus, als ob sie bloß schlafe, eingekrümmt, den Fühler am Kopf. Die andere ist frei. Ich nehme mir solche Wesen nicht immer zu Herzen, doch in der Niedergeschlagenheit der heißen Zeit fesselten sie den Teil meiner Aufmerksamkeit, den der Rührfilm übrig ließ. Ich war demnach bereits angeritzt. Heute geht es deutlich besser, ich habe bereits wieder Ideen.


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