Spaziergänge in den Röhren der Zeit, weit zurück nun ins Jahr 1970, über x Abzweigungen verbunden mit dem Kessel, in dem wir derzeit stecken, ein paar von uns, viele vielleicht, jedenfalls ich nicht allein. The Green Manalishi von Fleetwood Mac, an der Gitarre Peter Green, live in Schweden, kurz vor seinem Absturz. Daß In the Skies neun Jahre später ein Comeback-Album war, daß LSD ihn gerissen hat, er lange Jahre in der Psychiatrie saß (Psychopharmaka und Elektroschocktherapie) und vermutlich bis heute nicht aus der Misere herausgefunden hat, wußte ich nicht. Ein gebrochener Mann, nicht zerbrochen. Er fand das viele Geld, das sie als Musiker verdienten, unanständig und gab seine Tantiemen und Gagen an Wohltätigkeitsorganisationen, forderte die Bandmitglieder bei Fleetwood Mac auf, Gleiches zu tun. Sie lehnten ab. Er wollte hinaus in die freie Improvisation, die übrigen Bandmitglieder wollten nicht. Daher die Trennung. Ein Münchner LSD-Trip wird ihm vermutlich zum Verhängnis: „I went on a trip, and never came back.“
Eine seltsame Geschichte, die niemand zu erzählen vermag, bis heute nicht, auch wenn sie es versuchen: die Bandmitglieder, der Roadmanager, Rainer Langhans, der gemeinsam mit Uschi Obermaier den besten Gitarristen seiner Zeit, The Green God genannt, und die Macs auf ‚ihr Schloß‘, das Kronwinkl bei Landshut, einlud. Sie seien auf dem Trip durch die Räume gefloatet, schreibt Langhans in seiner Autobiographie, die er kostenlos ins Netz gestellt hat. Er bestreitet die Version der Band, die jener Nacht die Schuld am musikalischen Abschied Greens gibt. Langhans und Obermaier hatten in München die Highfish-Kommune gegründet, nachdem sich die Berliner Kommunarden dem Untergrundkampf verschrieben hatten. Langhans spricht von einer Künstler- und Medienkommune, es ging um Drogen, um die Fortsetzung des Hochgefühls, um den Kampf gegen die Verhältnisse über die mediale Verbreitung und Propagierung des eindeutig besseren Lebensgefühls. Aufs Schloß luden sie Musiker ein, die in der Stadt konzertierten, um gemeinsam mit ihnen auf Reise zu gehen.
Peter Green ist für Langhans einer „der rätselhaften Verschwundenen der Popmusik“. Selbstkritik käme auch zu spät. Daß Green den Trips zugeneigt war, läßt sich hören und sehen auf The Green Manalishi, live in Schweden.
Can’t believe that you need / My love so bad / Come sneaking around / Trying to drive me mad / Busting in on my dreams / Making me see things I don’t want to see. // ‚Cause you’re the green manalishi / With the two pronged crown / All my trying is up / All your bringing is down / Just taking my love then slipping away / Leaving me here just trying to keep from following you.“
Problem hinreichend beschrieben.
Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.