Mittlere Brüder

Middle Brother. Das sind: John J. McCauley III, Taylor Goldsmith, Matt Vasquez, kundige Köpfe und entschiedene Gegner von unbestimmter Befindlichkeit und Ich-weiß-auch-nicht-Unentschiedenheit. Will sagen: sie stecken nicht fest, und das ist gut zu hören und ihr Album Middle Brother von mir kurzerhand erwählt zur Platte dieses Jahres, auch wenn es bereits 2011 erschienen ist. Anhören: das Titelstück oder Portland oder Mom and Dad. Über diese Allstar-Truppe kommt man zu den Bands, denen die Drei sonst Stimme geben: Deer Tick (McCauley), Delta Spirit (Vasquez) und Dawes (Goldsmith). Das ergibt ein ganzes Wochenende guter Erfahrung von Landschaften, Leuten und wahren Geschichten. Was die deutschen Bands derweil treiben, weiß ich nicht. Etwas brav, dieses Deutschland zwischen Grenzflüssen, der See und dem Gebirge. Die Eltern haben hier sehr auf ihre Kinder aufgepaßt. Da hatten sie nichts zu leiden und durften wenig erleben und wissen. Das kann man angenehm, sicher und schön finden, aber leider kann man es auch hören. Lieber John McCauley III zuhören, zum Beispiel Christ Jesus von Deer Tick. Oder A Little Bit of Everything von Dawes, sollte längst ein Klassiker sein. Goldsmith keine Rampensau wie McCauley, introvertierter, zurückhaltender, melodiöser, aber ebenfalls sehr intensiv. Gut, auf sie als Brüder zählen zu können. All Your Favorite Bands, ebenfalls von Dawes.


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