Vielleicht ist sympathisch nicht das richtige Wort. Ich könnte es ersetzen durch: anerkennenswert, bemerkenswert, bewundernswert, erstaunlich. Doch mag ich Menschen, die für etwas kämpfen, selbst wenn sie sich dabei verrennen mögen. Die anderen, die sich nicht riskieren, sitzen derweil betrachtend im Publikum und geben kluge Kommentare ab. Dort aber kämpft jemand um sein Leben, ist in eine Lage geraten, die ihn zum Krieger macht. Ja sicher, er könnte sich beruhigen, könnte es sich in den Verhältnissen, die so übel nicht sind, gemütlich machen, sich wenigstens einrichten. Leider ist er ein Symptomträger, leider findet er deshalb keine Ruhe. Zum Glück kämpft er für die anderen mit, so müssen sie nicht selbst in die Arena steigen, um dort zu erleben, wie sehr der Kampf verzerrt und die eigenen Züge häßlich werden. Der Kampf raubt aus, er macht ungerecht, viel Staub wird aufgewirbelt, mit der schönen Ruhe ist es dahin. Der Aufbegehrende stört. In ihm stoßen Vergangenheit und Zukunft hart aufeinander, er muß austragen, was die vergangenen Generationen angerichtet haben. Er muß unter Schmerzen spüren, was die anderen lediglich denken oder heimlich zu vermuten wagen. Er lebt den Widerspruch seiner Zeit und versucht ihn zu lösen. In diesem Sinne ist er ein Märtyrer. Er hat sicher alles verdient, zur Not auch Ablehnung, nur nicht Spott. Dafür haben die anderem ihm viel zu viel zu verdanken. Einer muß die Eiterblase aufstechen, einer beschmutzt sich dabei für immer.
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