Grausamkeiten wohnte ich bereits einige Male bei. Die Grausamen bemerkten jeweils ihre Grausamkeit nicht, hielten sie für ein Nachsetzen, ein Auf-den-Punkt-Kommen, ein Fragen, Forschen. Sie fühlten sich nicht ein, gelangten nicht hinüber in den Gepeinigten, bemerkten dessen Unruhe, nicht aber den ernsten Schmerz. Sie fühlten sich im Recht und fanden ihr Bohren und Insistieren gerecht, jedenfalls angezeigt. Sie wollten ein Ergebnis, sie wollten einen Sieg. Mir erschienen sie wie Jäger, die zunächst als Treiber agieren, die das Wild aufscheuchen und auf die Lichtungen dirigieren, wo das Geschäft des Zielens und Treffens leichter vonstatten gehen kann. In meiner Kindheit quälten sie Frösche, Insekten und Katzen. Nun quälen sie Kinder, Erwachsene, Freunde und setzen zielgenau im Ungenügen an. Dort ist die Wunde, dort muß gestochert werden. Dann bewegt sich der Patient, dann regt sich das angeblich taube Wesen. Später einmal werde ich über Duschräume schreiben und Bade-Anstalten und Fliesen und Kälte und das Ausgleiten auf glitschigem Boden, den Aufprall nackten Fleisches und daß wir selbst doch nackte Fröschlein sind. Schlimmer jedoch die seelischen Qualen, die gezielten Gemeinheiten der selbsternannten Gebildeten, die mit mörderischem Instinkt die Stelle finden, an denen die Schwäche verborgen liegt wie ein pochender Schatz.
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