Die ‚geschmackvollste Zeit‘ des Jahres beginnt. Kerzenlicht, Ofenwärme, Kaminfeuer. Die Tage blühen auf wie letzte Versuche. Die Menschen kleiden sich wieder. Fast einen Monat lang geht das bunt so weiter. Kastanienzeit. Rotbraun und die Gelbtöne und der Geruch gefallenen Laubs. Lauter letzte Sachen, das ist der leuchtende Abschied von der fruchtbaren Zeit. Manche suchen schnell noch die Liebe. Woanders beginnt die Weinlese. In diesen Breiten pflügt man die Kartoffeln aus der Erde. Die Äpfel fallen vom Baum. Das gibt ein dumpfes Geräusche, als antworte der empfangende Boden der auftreffenden Frucht. Die Nächte werden allmählich kühl. In ein paar Wochen müssen die Tiere in die Ställe geholt werden, sofern sie noch auf Weiden dürfen. (Trakl-Gedichte stimmen jetzt wieder und werden empfangen. Zeit auch der Astern, um einen schwermütig-sentimentalen Gottfried Benn in den Zusammenhang zu ziehen. Nach dem Fall der letzten Blätter dann Nietzsches Vereinsamt. Doch so weit sind wir nicht.) Die Parks laden zum Lustwandeln ein, die Wege bieten noch Möglichkeiten. Derweil sammeln sich die Zugvögel und besprechen in den Baumwipfen und auf den Drähten die Route, den Zeitpunkt und einige Einzelheiten der großen Reise; die Erfahreneren erklären den Neuen, wie es geht. Mir wird das Herz schwer, aber nur ein bißchen, denn ich freue mich auf eine stille weiße Zeit und weiß wie jeder andere, daß es einen Übergang geben muß. Jetzt in die bunten Wälder. Bald raschelt das Laub, dann graben die Igel sich ein.
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