Was man tut, warum man es tut, wozu man es tut. Wieso etwas geschieht oder nicht. Die Würfel fallen nicht, wie sie wollen, sondern wie sie sollen? Der Spieler glaubt an sein Glück, doch worin besteht es? Hat er es verdient? Ich suche einen Ort auf, an dem etwas geschehen wird, das mein Leben verändert. Hat etwas in mir gewußt, daß es passieren wird? Werde ich geführt oder gelenkt, doch wodurch? Was taktet mich ein, was orientiert mich, sofern ich es selbst nicht bin? Das sagt sich so leicht: Subjekt oder Objekt. Autonomie. Souveranität. Zufall oder Notwendigkeit. Der freie Wille. All die schönen Überschriften und Titel, Bücher und Filme. Das Herz ist ein einsamer Jäger. Daß wir gar nicht wirklich Bescheid wissen, was unsere Objektbeziehungen angeht; daß wir gar nicht wissen, was sich zwischen zwei menschlichen Wesen abspielt, während sie sich wahrnehmen und austauschen; daß ich keine Ahnung habe, woher ein Gedanke kam und warum er auftauchte; daß ich nicht einmal weiß, ob ich den Fall der Würfel nicht doch bestimme; daß ich die Macht des Mondes zu spüren meine, aber nicht die Spur einer Idee habe, wie er in mich eindringt – das beruhigt mich ungemein. Denn durch Nichtwissen entsteht Raum für die Phantasie und die Wünsche. Möglichkeiten! Ich sähe mich gern an Großes angeschlossen und muß es doch gar nicht Gott oder so ähnlich nennen. Es stört mich nicht im geringsten, wenn ich nicht alles zu bestimmen und zu entscheiden habe. Ich vertraue dem guten Gang der Dinge, insgesamt. Kritisch bin ich sowieso, skeptisch auch. Es gefällt mir durchaus nicht, wenn man diesen möglicherweise gewaltigen Raum der Möglichkeiten wieder schließt, indem man ein großes und anerkanntes Wort sagt. (Die falschen Esoteriker tun das pausenlos.) Ich mag das Wort Schicksal auch schon nicht mehr hören. Es ist, unterstelle ich, alles viel interessanter. Es ist geheimnisvoll komplex. Müßte es eigentlich sein. Würden wir alles wissen, wollten wir alles regeln. Noch mehr regeln, noch mehr kontrollieren. Stau den Fluß, nenn ihn See.
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