Rationen

Er ist völlig hinüber. Sie kann noch denken. Steigen die Treppen aus dem Untergrund hinauf in den beginnenden Abend. Sie steigt vor, er folgt angeschlagen. Tunnelblick. Sie zieht die Brauen hoch. Er sagt etwas, klingt gelallt, unverständlich sogar. Sie versteht dennoch (Einfühlung, Partnerschaft, Gewohnheit), sagt: Scheiß Drogenopfer. Er stiert auf die Fußgängerampel. Sie (die Ampel) zeigt rot. Als sie Grün zeigt, laufen beide los. Sie (die Frau) wieder voran, er mühsam hinterher. Er lallt auf sie ein, sie dreht sich nicht einmal um, weiß: er folgt wie ein Hund. Jetzt scheint der Hund zu bellen oder zu winseln. Sie dreht sich um. Er muß noch schnell in den Spätkauf, was holen. Den letzten Alkohol für heute, sicher. Aber sicher ist sicher. Sie geht mit rein. Ich gehe die andere Richtung. Ich habe ihnen beiden nachgesehen, weil ich die Minute über, die das dauerte, was ich beschreibe, dachte, da belästige ein trunkener Mann eine ihm fremde Frau und es sei vielleicht angezeigt, einzugreifen und zu helfen. Nein, nur ein verqueres Paar mit unterschiedlichen Gewohnheiten, sich das Leben zu gestalten, um es auszuhalten.


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