Mond im Krebs

Auf dem Heimweg ein Bild: der Mond im Gebüsch. Er sinkt tief, er nimmt ab, er hängt am Himmel wie ein Geköpfter. Kaum ragt er über die Wipfel der Bäume des Friedhofs. Als schäme er sich, müsse sich verstecken. Ich war einmal schön, ich war einmal prächtig, doch das ist Tage her! Sonne im Skorpion, Mond im Krebs. Der Spürsinn, das Empfangende, eine Ruhe, sich betten, nichts forcieren, der Rückzug, eine leise Einladung. Bald wird er verschwunden sein. Wendepunkt. Äußerste Stille, bedrohlich und finster, die Weite ein riesiges Loch. Sonne ohne Gegenüber. Schwarzstrahlung. Der Moment der Explosion. Rückkehr des Vermißten im Silberglanz der scharfen Sichel. Die schneidet die Nacht in fruchtbare Stunden. Selbst die Tage werden voller. Ich bin versucht, hinauszugehen und ihn noch einmal zu betrachten, wie er einsam und unbeachtet gegenüber in den Büschen hängt, knapp über den Toten mit ihren schweren Steinen.


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