Das klingt zunächst etwas kümmerlich: kleines Glück. Vom Glück möchte jeder eine Menge einheimsen, damit es auch reicht. Aber Glück kommt ja dauernd angeflogen, da muß man es nicht horten. Glück ist auch nicht wie Geld, es sei denn, man hat begriffen, daß man Geld wie Glück behandeln muß, damit man fröhlich bleibt. Das Glück der kleinen Dinge beruht auf Wahrnehmung und Genußfähigkeit. Manche können sich gar nicht richtig freuen. Wenn sich ihr Gesicht zu so etwas wie einem Lächeln verzieht, sieht das gequält aus und schief. Als litten sie unerträgliche Schmerzen und würden zum Verräter an ihrem großen Schmerz. Denn ein Verletzter lacht doch nicht. Dann könnten die Leute ja denken, er sei gar nicht so schwer verletzt, sondern simuliere ein bißchen. Das Opfersein als Identität verführt zu solchen Mogeleien. Ich habe es so schwer, sagt ein solches Wesen. Seht mich an, das sieht man doch; man sieht doch, wie schwer ich es habe. Ein solches Wesen möchte das Mitgefühl seiner Mitmenschen erpressen. Die machen da irgendwann nicht mehr mit, deshalb verstärkt das Wesen seine Anstrengungen und schaut noch gequälter vor sich hin. Allmählich wird es unerträglich, endlich ist es wirklich soweit: Niemand vermag mehr mit einem solchen Wesen zu verkehren. Besser man lernt rechtzeitig, wo Freude zu finden ist. Nämlich überall. Derweil mag das große Glück weiterziehen und andere behelligen und verstören.
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