Himmelsfeld

Das Tempelhofer Feld ist ein gigantischer Platz der Himmelsfreude. Spektakulärer Sonnenuntergang: rosa, violett, orange, lachsfarben; und zwischen den leuchtenden Wolkenbeständen sah ich das erste Mal in meinem Leben ein fast schon giftig intensives Türkisblau. Ich lief am Maschendrahtzaun entlang, traute meinen Augen nicht, strebte ihm zu. Erst das Feld gab freien Blick auf das ganze Farbgeschehen. Viele standen wie ich, einige machten Photos. Andere wunderten sich nicht im geringsten. Vielleicht ist ein solcher Sonnenuntergang dieser Tage keine Seltenheit. Der starke Grünanteil in der Mischung beunruhigte mich. Vier Bussarde kreisten über uns Menschen, die den westlichen Himmel studierten. Sie gaben Rufe von sich, standen in der Luft, als hätten auch sie eine Verabredung. Drei Krähen schwirrten vorüber, hatten es eilig. Ein Laufradkind fiel um und blieb liegen. Es mochte nicht mehr aufstehen. Der Vater bückte sich, tröstete es und sagte: Dann bleib noch ein bißchen so liegen. Da konnte das Kind getrost aufstehen.


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