Genug von Schwere, Schwermut, Tiefe, Gewicht, Leid und Klage. Der Himmel ist blau, unten ist Weiß, ich werte das als Unterstützung. Voller Schrecken erinnere ich mich des Winters 2012/13 („Rekordwinter“), des lichtlosesten Winters seit Beginn der regelmäßigen Messung der Sonnenscheindauer und des einfallenden Lichts (1951). Noch im März war es kalt, entlang der Straßen lag in schmutzigen Haufen der verkrustete Altschnee, gelb und braun gefärbt von dem, was Hunde loswerden, gesprenkelt mit Granulat, bespickt mit Gegenständen, die niemand mehr braucht. Zerknickte Regenschirme, Einwegfeuerzeuge der üblen Bauart, Raketenstengel noch von Silvester, Plastiklatschen, PC-Bildschirme und anderer Elektroschrott, Bürodrehstühle, halbe oder ganze Sofagarnituren, kleine Rollregale für das Bad, Jalousien, Wischmoppgarnituren, Wäscheständer, Klobürsten, Spiegelschränke. Hier ist Neukölln, hier macht man das so. Irgendwer holt die Scheiße schon ab. Bewohner verschandeln die Stätten ihres Seins, soviel zur Selbstachtung. Ganz allmählich ändert sich das, denn wir werden Jahr für Jahr aufgewertet oder werten uns selbst auf, wer weiß. Jedenfalls steigen die Preise mit jeder Couch, die nicht mehr unten auf der Straße landet. Doch ich wollte heraus aus Leid und Klage, hinaus ins Weißblau dieses Sonnentages. Und wenn der Januar so weitermacht, werde ich ihn, den vielgescholtenen, noch zu loben wissen. Übrigens habe ich nichts gegen ihn persönlich, ich kritisiere nur die Wahnidee, mit ihm etwas beginnen zu wollen, und sei es etwas wie ein ganzes Jahr des eigenen Lebens.
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