Es stürmt ein wenig. Das Haus atmet hörbar durch die Schornsteine, der Ofen gibt Kunde eines Wirbels. Ich öffne das Fenster und höre, wie der Wind das trockene Laub des vergangenen Jahres auf dem Asphalt tanzen schickt. Nur noch wenige Lichter sind an, meine unbekannten Nachbarn schlafen. Ich werde ihnen sogleich folgen. Auch dort, wo der Schlaf wohnt oder wir im Schlaf residieren, werden wir uns nicht treffen, jedenfalls nicht erkennen. Das ist nicht schlimm. Es ist in Ordnung, nebeneinander zu wohnen und sich nicht zu kennen, sich niemals kennenzulernen. Jeder von uns kennt schon so viele Menschen, und nicht einmal um die kümmern wir uns gut genug. Sofern wir uns kümmern oder sorgen sollen. Da ist ein anderes Wort vonnöten. Kummer und Sorgen sind das eine, Anteilnahme und Ergänzung sind das andere. Der Wind fährt ein in leichten Stößen, im Westen hat er den Fasching fortgeblasen. Das ist ihm ein Leichtes. Er sorgt für Unruhe und Austausch. Deshalb ist er der Bote, das himmlische Kind. An der Küste macht er mich nervös, denn so viel Nachricht kann es gar nicht geben. Draußen zieht er weiter um die Häuser, das läßt sich hören. Er muß noch irgendwohin. Manchmal dreht er auf, nicht dramatisch, lediglich andeutend. Ausläuferwinde, Gesandte von Gesandten aus den Zentren des Sturms. Sie geben Ahnung, wie unruhig unser Schlaf werden kann, wenn die bösen Botschaften eintreffen.
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