Was dann passiert

Der Traum bringt mich dazu, über anstrengende Menschen nachzudenken. Am anstrengendsten sind diejenigen, die auf Teufel komm raus etwas bewegen wollen. Ich nenne sie die Aufgescheuchten. Sie platzen vor guten Einfällen und geben ungefragt Ratschläge, in der irrigen Annahme, alles warte bereits sehnsüchtig auf eine weitere Weltneuheit der Erkenntnis. Ausgehend von einer gewissen eigenen Notlage und deren vermeintlicher Heilung begeben sie sich fortan auf Mission. Das hat auch etwas Kindliches. Komm, sag es allen weiter. Die Heilung muß nicht in Jesus bestehen, der bekanntlich die Liebe ist. Die Angebote sind vielfältig, die Regale voll. Sie strahlen dich an und überreichen dir ihr Wohlfühlprodukt: schlank in dreißig Tagen, nie mehr unglücklich, im Einklang mit dir selbst und so weiter. Dauernd muß man was machen, und zwar „nur“. Danach ist alles „ganz einfach“. Erst nur, dann einfach. Manche von ihnen sind wirklich sehr patent und denken stets praktisch. In ihrer Welt fließen die Flüsse schnurstracks ins Meer, ihre Wege verbinden Punkte. Sie sind Schneider, sie konfektionieren das Leben. Ihr Glaube ist stark, denn sie wurden erlöst oder erlösten sich selbst und erlösen nun uns. Es soll kein Schmerz mehr sein und die Menschen sollen glücklich und zufrieden sein. Was dann passiert, sagen sie nicht.


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