Wenn ich nicht denke und nichts fühle, was auch nur annähernd dem gleicht, was ich lieben oder wenigstens mögen, jedenfalls annehmen kann, ist mir, als sei ich bereits tot. Ich kenne insofern den Tod als Erfahrung der Nichtigkeit, als totalen Erschöpfungszustand, in dem nichts mehr lohnt getan zu werden. Ein Sichabschleppen mit sich selbst, einen Körpertransport von A nach B und zurück; was immer die Buchstaben bezeichnen mögen, Start und Ziel meinetwegen, Anfang und Ende einer Tagesfahrt, die Zonen eines Verkehrsverbundes in einem Ballungsgebiet zwischen Ackerfurchen und bescheidenen Seen. Man kann auf den Hund kommen in kürzester Zeit, und nachher ist es einfach, darüber zu spotten. Es gibt Engpässe im eigenen Leben, man soll sie nicht verschleiern, es sei denn, Feinde lauschen. Ich kann Heuchelei nicht ausstehen, zum Beispiel. Schweigen ist in Ordnung, lauthalses Leugnen finde ich abstoßend. Verstehen kann ich vieles, entschuldigen manches, anklagen fast nichts. Ich bin kein Ankläger, fühle mich eher als Verteidiger, zum Beispiel des Lebens. Eines Lebens, das nicht zusammengestaucht erscheint zu einem Nur oder einer Rechtfertigung von Schweinerei oder Betrug, sondern einer sinnvollen Gemeinsamkeit empfindender Wesen, die etwas schaffen, das ihnen nicht zur Schande gereicht. Ich verstehe weiterhin nicht, warum sich Menschen andauernd disqualifizieren, erst selbst, dann andere. Warum zernichten?
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